A

Absentismus

Gewohnheitsmäßiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz (Duden "Fremdwörterbuch").

 

Ätiologie

Ätiologie ist die Lehre vom Entstehen der Dinge, im Falle der Psychologie vom Entstehen von Störungen. Eine ätiologische Fragestellung ist z.B.: Welche Faktoren tragen zur Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (Glossar) bei?

 

Affekt

Relativ kurz andauerndes und abgrenzbares, stark ausgeprägtes Gefühl, meist begleitet von nicht willentlich steuerbaren körperlichen Symptomen, z.B. Freude, Angst, Scham (Davison & Neale, 1988, S.783).

 

Affektive Störung

Eine psychische Störung, die durch Beeinträchtigungen der Stimmung gekennzeichnet ist (Davison & Neale, 1988, S.783).

 

AIDS

AIDS steht für "Acquired Immuno-Deficiency Syndrome" (übersetzt: erworbene Immunschwäche) und bezeichnet eine Krankheit mit oft tödlichem Verlauf, die durch HIV (steht für "human immuno deficiency virus") verursacht wird (Roche Lexikon Medizin,1987). Dieser Virus bewirkt, dass das menschliche Immunsystem soweit geschwächt wird, dass es auf andere Bakterien, Erreger, Viren nicht mehr angemessen reagieren kann.

 

Akustische Reize

Dargebotene Reize, die einen Ton erzeugen und über das Ohr wahrgenommen werden können.

 

Akute Belastungsstörung

Nach DSM-IV (APA, 1996) besteht eine Akute Belastungsstörung dann, wenn die Person mit einem traumatischen Ereignis konfrontiert war, während dem sie intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen empfand und dissoziative Symptome (z.B. sich an wichtige Teile der Situation nicht mehr erinnern können, keine Gefühle mehr haben können, sich wie betäubt fühlen) erlebte. Genau wie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (Glossar) müssen im Nachfeld Symptome des Wiedererlebens, des Vermeidungsverhaltens und des erhöhten Erregungsniveaus auftreten. Die Person muss unter den Symptomen leiden und die Symptome treten mindestens 2 Tage höchstens jedoch 4 Wochen lang innerhalb von vier Wochen nach dem Ereignis auf. Halten die Symptome länger an, sind wahrscheinlich die Kriterien für eine vorerst akute Posttraumatische Belastungsstörung gegeben.

 

Amygdala

(auch: Mandelkern): Teil des Gehirns. Die Amygdala ist besonders für die Erinnerung an die emotionale Bedeutung von Erfahrungen zuständig (Pinel, 1997)

 

Anpassungsstörung

Bei der Anpassungsstörung handelt es sich um Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung, nach einem belastenden Lebensereignis oder auch nach schwerer körperlicher Krankheit auftreten. Die Belastung kann die Unversehrtheit des sozialen Netzes betroffen haben (bei einem Trauerfall oder Trennungserlebnis), das weitere Umfeld sozialer Unterstützung (Glossar) oder soziale Werte (wie bei Auswanderung oder nach Flucht). Die Belastung kann dabei nur den Einzelnen oder auch seine Gruppe oder Gemeinde betreffen (ICD-10)

 

Assoziatives Gedächtnis

Frühe Gedächtnisforscher wie Ebbinghaus (1913) oder McGeoch (1942) gingen davon aus, dass sich "einzelne Gedächtnisinhalte aufgrund früherer Erfahrung so miteinander verbinden, dass der eine Inhalt den anderen hervorruft". (Haberlandt, 1999). So sagen die meisten Menschen, wenn man sie fragt, was ihnen beim Begriff "Feuerwehr" einfällt, spontan "rot" oder "Tatü-Tata". Während man sich zu Beginn der Assoziationsforschung viel mit der Verknüpfung von Wissensinhalten beschäftigt hat, versteht man heute unter Assoziation nicht nur die Verknüpfung von Lerninhalten oder Gedanken, sondern auch von Vorstellungen mit Gefühlen. (Dorsch, 1987)

In der Trauma-Behandlung wird assoziatives Gedächtnis oft gleichbedeutend verwendet mit einem Gedächtnissystem, in dem Gefühle, Gedanken und sinnliche Wahrnehmungen gespeichert sind.

 

Attribution

Ursachenzuschreibung. Die Erklärung einer Person für die Ursachen von dem, was passiert. Dahinter steht die Vorstellung, dass alles in einem Ursache-Wirkungszusammenhang steht.

 

Autobiografisches Gedächtnis

Gedächtnissystem, in dem Ereignisse mit ihrem Bezug zu Zeit und Ort gespeichert sind.

Conway (1996) fand heraus, dass das autobiografische Gedächtnis hierarchisch in drei Ebenen organisiert ist. Wir erinnern auf einer obersten Ebene an Lebensperioden, die bestimmten Themen zugeordnet sind. Diese Lebensperioden umfassen in der Regel mehrere Jahre und orientieren sich an der Thematik "Beziehungen" oder "Arbeit". Beispiel: "als ich mit Karl zusammenlebte" oder "als ich bei der Firma XY beschäftigt war." Diesen Lebensperioden sind als zweite Ebene bestimmte allgemeine Geschehnisse zugeordnet. Beispiel: "Als die Kinder noch ganz klein waren, waren wir in den Sommerferien in Italien." In einer dritten Ebene erinnern wir uns dann an Details dieser allgemeinen Geschehnisse. "In diesem Urlaub habe ich einen blauen Bikini gekauft."

(Haberlandt, 1999)

Das autobiografische Gedächtnis funktioniert aber nicht einfach wie ein Kassettenrecorder, der Erinnerungen abspeichert und bei Bedarf wieder abspielt. Menschen denken über ihre Erfahrungen nach und suchen nach einem Sinn in den Ereignissen, die sie betreffen. Diese Suche nach einem Sinn führt dazu, dass autobiografische Erinnerungen eine Art Erzählung bilden. Wie bei einer Erzählung gibt es dann Ziele, Anstrengungen, um Hindernisse zu überwinden um das Ziel zu erreichen, und einen Schlusspunkt. (Haberlandt, 1999) Wie die Erzählung im einzelnen dann aussieht, hängt stark davon ab, welches Bild die betroffene Person von sich selbst hat, ob sie sich z. B. als besonders mutig oder hilfsbereit empfindet. Auf jeden Fall versucht sie, einen Sinn in den Ereignissen zu finden und ihn ggf. einer anderen Person mitzuteilen.

Autobiografische Erinnerungen sind also nicht in jedem Fall faktisch korrekt, aber nichtsdestotrotz in einem persönlichen Sinne wahr.

 

Autosuggestion

Bei der Autosuggestion geht es darum, seinen eigenen Geist auf etwas Erwünschtes zu programmieren. Das machen wir unbewusst alle, z. B. wenn wir uns vor einer schweren Aufgabe mit einem "Du schaffst es!" anfeuern.

Bei der Autosuggestion wird dieser Prozess bewusst genutzt. Bestimmte Gedanken werden im Geist so lange wiederholt, bis sich dieser Gedanke in eine Überzeugung und dann in eine Tatsache verwandelt. Der Prozess lässt sich beschleunigen, wenn man sich das erwünschte Ziel bildlich vorstellt.

Zu den Anwendungsgebieten der Autosuggestion zählen unter anderem das Autogene Training und das Positive Denken.

 

 

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