D

Debriefing

Ein Debriefing ist eine Gruppenintervention, bei der die Teilnehmer zusammen sieben Phasen durchlaufen, die dabei helfen sollen, das Erlebte besser zu verarbeiten. Diese Intervention wird in der Regel wenige Tage nach dem traumatischen Erlebnis durchgeführt. Im Folgenden sollen kurz die einzelnen Phasen beschrieben werden:

(1) Einführung: Die Teilnehmer werden begrüßt und bekommen einen Ausblick auf das, was sie erwartet. (2) Tatsachen: Die Teilnehmer versuchen zusammen, dem Debriefer ein Bild von dem Geschehenen zu vermitteln. Dafür fragt der Debriefer nach, wenn er etwas nicht verstanden hat oder der Ablauf einer Situation noch nicht klar ist. (3) Gedanken: Die Teilnehmer teilen dem Debriefer und den anderen Personen in der Gruppe ihre Gedanken im Moment des Geschehens mit. (4) Reaktionen: Die Teilnehmer erzählen, wie sie sich in dieser Situation gefühlt haben. (5) Auswirkungen: Die Teilnehmer versuchen zu beschreiben, welche (körperlichen) Auswirkungen dieses Gefühl bei ihnen hatte. (6) Die Teilnehmer bekommen vom Debriefer Informationen darüber, was in den nächsten Tagen und Wochen auf sie zukommen kann und wie sie im Einzelfall damit umgehen können. (7) Abschluss: Der Debriefer fasst das Wichtigste aus der Sitzung zusammen, erklärt noch einmal die nächsten Schritte und verabschiedet sich von der Gruppe.

Dieses Vorgehen ist bei Everly und Mitchell (1997) beschrieben.

 

Defusing

Eine informelle Diskussionsrunde, die im Idealfall innerhalb von 12 Stunden nach Einsatz oder Ereignis angesetzt wird. Das Verfahren ähnelt dem Debriefing, hat aber nicht das Ziel, einen psychologischen Abschluss zu erreichen. Entsprechend hat es auch nicht alle Phasen des Debriefings: (1) Einführung: die Teilnehmer werden begrüßt und bekommen einen Ausblick auf das, was sie erwartet. (2) Exploration: Es gibt zwei Unterphasen, in denen die Frage nach den Fakten und die Frage nach Reaktionen auf den Krisenzustand gestellt werden. (3) Information: es werden wie beim Debriefing Stressmanagement-Techniken erklärt. Dieses Vorgehen ist bei Everly und Mitchell (1997) beschrieben.

 

Depression

Emotionaler Zustand, der durch große Traurigkeit, Besorgtheit, Gefühle der Wertlosigkeit und der Schuld, sozialen Rückzug, Schlafstörungen, Appetitmangel, sexuelles Desinteresse und entweder körperlicher und seelischer Trägheit oder Erregung und Unruhe gekennzeichnet ist (Davison & Neale, 1988, S.786).

 

Desensibilisierung

Desensibilisierung ist ein psychotherapeutisches Verfahren, bei dem Betroffene durch die Konfrontation mit den angstauslösenden Reizen (z.B. bestimmte Situationen, Erinnerungen, Objekte, Tiere) in kleinen mit dem Klienten festgelegten Schritten (z.B. erst ein Bild von einer Spinne, dann eine Spinne im Glas, dann eine Spinne ohne Glas) an diese Reize gewöhnt werden sollen. Ziel ist es, die Stress-Angst-Reaktion auf den Reiz zu "verlernen".

 

Dissoziation

Dissoziation ist ein Zustand, in dem das Bewusstsein nicht mehr in der Lage ist, die Informationen von außen und von innen sinnvoll in Einklang zu bringen, und in Folge Gedanken und Gefühle getrennt werden. Dissoziation taucht häufig im Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen auf und wird auch als das Gefühl beschrieben, neben sich gestanden zu haben. Als Folge von einem dissoziativen Zustand kann es sein, dass eine Person sich an wichtige Dinge nicht mehr erinnern kann.

 

DSM-IV

DSM-IV ist die Abkürzung für "Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen, 4. Auflage". Das DSM-IV wird von der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (APA = American Psychiatric Association) herausgegeben und ist neben dem ICD-10 (Glossar) das andere große Diagnoseschema oder Klassifikationssystem (Glossar) in Psychologie und Psychiatrie. Es wird vor allem in der Forschung eingesetzt, da es zu jeder Störung einen klaren Kriterienkatalog gibt, der es Wissenschaftlern ermöglicht, einer Person eindeutig eine oder mehrere Störungsbilder zuzuordnen. Auf diese Weise versucht man, die Vergleichbarkeit von Personengruppen und damit von Forschungsergebnissen herzustellen.

 

 

Zurück zur Übersicht

 

Mein Blog zu verschiedenen Selbsthilfe-Strategien und mehr: Schauen Sie vorbei und lesen Sie rein: http://du-bist-frei.org/

 

Besuchen Sie mich auch auf der Seite von SeeSeminare - Fortbildung für psychosoziale Berufe