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Klassifizierung

So wie ein Arzt eine bestimmte Krankheit diagnostiziert bzw. klassifiziert (z.B. eine Grippe), genauso kann man auch psychische oder psychologische Krankheiten diagnostizieren bzw. klassifizieren (z.B. eine Phobie oder Schizophrenie). Sowohl der Arzt wie auch der Psychiater oder Psychologe orientieren sich bei ihren Diagnosen an offiziellen Krankheitsbeschreibungen oder Diagnoseschemata. Im Bereich der psychologischen Störungen gibt es zwei wichtige Diagnoseschemata, an denen man sich orientieren kann: das DSM-IV (Glossar) und das ICD-10 (Glossar). In beiden findet man Beschreibungen zu verschieden psychologischen Störungen, anhand derer ein Psychologe oder Psychiater entscheiden kann, ob bei einer Person eine psychologische Störung vorliegt oder nicht.

 

Kognition

Kognition ist der psychologische Fachbegriff für Gedanken, Wissen, Denkprozesse etc. Kognitionen stehen oft im Gegensatz zu Emotionen, also Gefühlen. Bei traumatischen Erfahrungen kommt es oft vor, dass Kognitionen (Gedanken, Wissen, Denkprozesse) und Emotionen (Gefühle) nicht zusammenpassen oder nicht miteinander verbunden werden können. Es ist Aufgabe einer Krisenintervention (Glossar) oder Therapie, diese Einheit zu fördern oder wiederherzustellen.

 

Komorbidität, komorbid

Unter Komorbidität versteht man im Allgemeinen psychische Störungen, die neben einer anderen, primären psychischen Störung entstehen. Meistens gibt es eine Störung, die zeitlich vor anderen Auffälligkeiten existiert. Treten jetzt andere Störungen zeitlich oder inhaltlich nach- bzw. untergeordnet auf, so werden diese Störungen als komorbide Störungen bezeichnet. Zum Beispiel kann jemand eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt haben und fängt in der Folge an, vermehrt Alkohol oder andere Drogen zu missbrauchen, um mit den Alpträumen zurecht zu kommen. Eine Alkoholabhängigkeit wäre in diesem Fall eine komorbide Störung zu der PTBS.

 

Kompensation

Kompensation wird verstanden als Ausgleich, Ersatz oder eine wechselseitige Aufhebung von entgegenwirkenden Kräften. (Dorsch,1987) So kann jemand, der in seiner Kindheit das Gefühl entwickelt hat, nicht so geliebt zu werden, wie er ist, versuchen, dieses Gefühl zu kompensieren, indem er besonders leistungsbewusst oder ehrgeizig wird. Manchmal kann auch das krampfhafte Anhäufen von Geld und Besitz als Kompensation für ein geringes Selbstwertgefühl verstanden werden. Kompensation ist nicht von vornherein negativ, sondern nur, wenn ein gravierender Mangel durch etwas ersetzt werden soll, was das eigentliche Bedürfnis nicht stillt, aber seinerseits erhebliche Nachteile mit sich bringt. Ein positives Beispiel für Kompensation ist zum Beispiel, wenn ein Mensch, der sein Augenlicht verloren hat, ein besonders gutes Gehör entwickelt.

 

Krankheitsgewinn, primärer und sekunkärer

Die aus der Krankheit erzielbare Befriedigung. Die von Freud entwickelte Ansicht, dass ein primärer Krankheitsgewinn oft die psychische Störung (als Flucht in die Krankheit oder als vorteilhafte Neubeziehung zur Umwelt durch die Krankheit) motiviert und der sekundäre Krankheitsgewinn darin besteht, dass die eingetretene Erkrankung nachträglich einen Vorteil (z.B. Beachtetwerden, Rente) bedeutet (Dorsch, 1987).

 

Krisenintervention

Dieser Begriff bezieht sich auf Interventionen oder psychologische Hilfeleistungen, die der betroffenen Person im unmittelbaren Nachfeld einer psychologischen Krise angeboten werden. Der zeitliche Rahmen, in dem diese Unterstützungsangebote gemacht werden, ist dabei nicht klar definiert. Er reicht von wenige Minuten nach dem traumatischen Ereignis bis hin zu einige Wochen nach der Krise. Einzelne Hilfsangebote umfassen zum Beispiel ein persönliches Einzelgespräch, ein Debriefing (Glossar), ein Defusing (Glossar), Hilfe für die Familien der Betroffenen und Vermittlung von weiterführenden Angeboten wie z.B. einer Therapie.

 

Der Begriff wird auch gleichbedeutend mit dem persönlichen Einzelgespräch verwendet. In diesem Fall ist eine Krisenintervention also ein persönliches Einzelgespräch im unmittelbaren Nachfeld einer Krisensituation.

 

 

 

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