Klassische Homöopathie

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Für wen ist die Homöopathie geeignet?

Was ist Klassische Homöopathie?

Wie wirkt die homöopathische Einzelarznei?

Wie wird bei der homöopathischen Behandlung vorgegangen?

Beispiele und Erfahrungen mit der Homöopathie in der Traumabehandlung

 

Für wen ist die Homöopathie geeignet?

Die klassische Homöopathie ist für jeden Patienten mit posttraumatischen Störungen zur Behandlung geeignet und hat sich auch im Akutfall als Sofort-Hilfe-Maßnahme bewährt.
Homöopathische Arzneimittel haben keinerlei schädliche Nebenwirkungen und machen nicht abhängig. Dieser Aspekt ist besonders erwähnenswert für Patienten, die aufgrund ihrer Problemstellungen (posttraumatische Störungen, Ängste, Todesängste, Depressionen, Panikzustände etc.) eine medikamentöse Behandlung benötigen und auf Psychopharmaka verzichten wollen. Als akute Sofortintervention können Psychopharmaka je nach Fall durchaus sinnvoll und obligat sein; bei einer Behandlung über einen längeren Zeitraum ist jedoch generell angesichts der Nebenwirkungen und der Suchtgefahr das Für und Wider sehr sorgfältig zu prüfen. Psychopharmaka beeinträchtigen außerdem die Psychotherapie, homöopathische Mittel hingegen nicht. Homöopathische Einzelarzneien unterstützen den Betroffenen sehr gezielt, da der Behandler die Arznei individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten auswählt und verordnet.

 

Was ist Klassische Homöopathie?

Klassische Homöopathie ist eine ca. 200 Jahre alte Erfahrungsmedizin. Ihr Begründer ist der deutsche Arzt Dr. med. Samuel Hahnemann (1755 - 1843). Sie ist eine arzneiliche Regulationstherapie, die den individuellen Menschen mit Körper, Geist und Seele in den Mittelpunkt der Behandlung stellt und auf dem Ähnlichkeitsprinzip basiert. Mit der homöopathischen Einzelarznei erhält der Patient einen Impuls mit dem Ziel, die Lebenskraft oder die Selbstheilungskraft gezielt individuell anzuregen und diese wieder in ordentliche Funktion zu bringen. Hahnemann schrieb im Konzentrat seiner Lehre, dem Organon: "Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten(...)." (Organon, § 9).

Ähnlichkeitsprinzip "SIMILA SIMILIBUS CURENTUR"

 

"Heile Ähnliches durch Ähnliches"

Jede homöopathische Arznei wurde vor ihrem Einsatz am gesunden Menschen nach ganz bestimmten Prüfkriterien auf ihre Wirkungskraft erforscht und durch die Toxikologie und die gesammelten Erfahrungen in der therapeutischen Anwendung ergänzt. Diese Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen basieren im wesentlichen noch heute auf den von Samuel Hahnemann aufgestellten Prüfungsbedingungen und Kriterien.Heilung nach dem Ähnlichkeitsprinzip bedeutet, dass ein kranker Mensch durch die homöopathische Arznei geheilt wird, die in der Lage ist, am gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorzubringen wie sie am kranken Menschen zu beobachten sind. Hahnemann hatte schon vor 200 Jahren mit der homöopathischen Behandlung u. a. folgende durchschlagende Erfolge : (1793 heilte er den hannoverschen Autor und Beamten F. A. Klockenbring von manischer Depression, 1800 hatte er große Erfolge bei der Scharlachepidemie, 1813 bei Typhusepedemie, 1830 weitere große Erfolge bei der Choleraepidemie).

 

Wie wirkt die homöopathische Einzelarznei?

Die nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählte Arznei hebt den Krankheitsreiz durch einen angemessenen Gegenreiz auf und verlöscht ihn dann. Hahnemann: "Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in dem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll!" Das Ähnlichkeitsgesetz als Lebensgesetz: Im Organon heißt es z.B. "So wird Trauer und Gram durch einen neuen, stärkeren, jemand anderm begegneten Trauerfall, sei er auch nur erdichtet, im Gemüthe ausgelöscht." (Organon § 26). Den frühesten Hinweis auf das universale Heilgesetz nach dem Ähnlichkeitsprinzip ist vermutlich in der Sage von Troja zu finden: Im Kampf verletzt Achill den König Telephos mit seinem Speer an der Flanke. Die Wunde wird sehr schmerzhaft und heilt nicht. Keine Mittel hilft. Das Orakel des Apoll wird befragt und antwortet: Nur der Speer, der die Wunde geschlagen hat, vermag sie zu heilen. Die Ärzte des Achill feilen darauf hin die Späne von der Klinge und streuen sie auf die eiternde Wunde. In wenigen Stunden ist sie geheilt.

 

Wie wird bei der homöopathischen Behandlung vorgegangen?

Bei der Sofort-Hilfe-Leistung im Notfall wird der Patient und seine unmittelbare Reaktion auf den Vorfall (z. B. Autounfall; Tod eines geliebten Menschen; Vergewaltigung; Überfall, Zeuge eines Unfalls oder Verbrechens o.ä .) in den Mittelpunkt gestellt. Der Behandler ist mit einer Notfallapotheke ausgerüstet und gibt dem Betroffenen die passende Arznei in bestimmten zeitlichen Abständen, die sich nach dem Befindlichkeitsverlauf des Betroffenen richten.

Bei der Behandlung von Patienten mit posttraumatischen Störungen werden der gesamte Symptomenkomplex und der individuelle Patient durch die klassische homöopathische Anamnese mit dem unverfälschten Spontanbericht des Patienten und dem Nachfragen des Behandlers zur Vervollständigung erforscht. Nach Auswertung sämtlicher Informationen der Anamnese mit Hilfe eines Hierarchisierungsprinzips ermittelt der Behandler die passende homöopathische Arznei nach dem Ähnlichkeitsprinzip. Der Patient erhält die homöopathische Arznei in der Regel zunächst in einer einzigen Dosis. Die Heilwirkung einer homöopathischen Arznei ist die Nachwirkung, d. h. die Antwort des Organismus auf den Arzneireiz. Die Aufgabe des Behandlers ist es dann in Folgegesprächen mit dem Patienten die Heilwirkung der Arznei zu analysieren und zu beurteilen, bevor die nächste Gabe verabreicht wird. Der Patient schildert dem Behandler seine Beobachtungen (z. B. Gemütsreaktionen , verändertes Empfinden, verändertes Reagieren auf bestimmte Situationen; Veränderung im Schlaf; u.a.) nach der Arzneigabe. Der Behandler stellt hierzu auch konkrete Fragen und entscheidet nach dem Gespräch, ob die Wiederholung der Arzneigabe angezeigt ist, oder ob noch gewartet wird, oder ob gegebenenfalls eine andere homöopathische Arznei verordnet wird.

 

Beispiele und Erfahrungen mit der Homöopathie in der Traumabehandlung aus der Praxis von Frau Karen Bahnsen, Heilpraktikerin


Im folgenden seien kurz drei ausgewählte Fälle zur Veranschaulichung der Wirkungsweise der Homöopathie genannt; Namensabkürzungen von Personen sind geändert.

 

Fall 1 - Tödlicher Verkehrsunfall

Frau U. überfuhr einen Menschen mit ihrem Auto, der sich nachts auf die Straße geworfen hatte und Selbstmord begehen wollte, wie sich später herausstellte.

Nach diesem Unfall litt Frau U. an Panikstörungen, die Bilder des Unfalls verfolgten sie am Anfang stark, dann habe sie den Unfall verdrängt, sie verlor plötzlich ihr Gedächtnis für Nummern und Zahlen, sie hatte Schlafstörungen, war tagsüber apathisch, ihre Hände zitterten bei gezielten Bewegungen, morgens hatte sie oft Würgeanfälle.

Ca. 6 Wochen nach diesem Unfall kam Frau U. , die inzwischen psychologisch betreut wurde, in meine Praxis. Sie erhielt eine Gabe Aconitum C 1000; ich bestellte sie 10 Tage später wieder ein.

Frau U. schilderte folgendes: Ich bin sehr viel ruhiger jetzt, mein Schlaf ist tief und fest; ich schlafe endlich wieder durch; die Bilder des Unfalls sind nochmals hochgekommen, ich habe auch von dem Unfall geträumt, irgendwie habe ich das Gefühl, als ob ich da jetzt besser dran denken kann; ich glaube, ich kann innerlich annehmen, dass das passiert ist; irgendwie fühlt es sich ein bisschen so an, als ob ich drüberstehe; ich fühle mich irgendwie ruhiger; meine Hände zittern kaum noch und Würgen habe ich morgens auch nicht mehr beobachtet. Mein Gedächtnis für Zahlen und Nummern ist noch nicht wieder da. Ich bin tagsüber nicht mehr so tief erschöpft und komme besser aus dem Bett.

 

Fall 2 - Schwere Vergewaltigung

Frau K. wurde von einem bewaffneten Mann brutal vergewaltigt. Parallel zur traumapsychologischen Sofortintervention erfolgt eine homöopathische Behandlung: Die Patientin, die zunächst zu keinem persönlichen Gespräch bereit ist leidet nach Angaben der Psychologin an: Panikattacken; Wutanfällen, verletzt dabei auch den Lebenspartner; leidet an Albträumen, nimmt keine Nahrung zu sich, permanentes Erbrechen; Verfolgungswahn; verlässt die Wohnung nicht mehr.

Mittelgaben: Aconitum C 200 zwei Tage im Abstand von 1-2 bzw. 3-4 Stunden je nach Verlauf, anschließend Staphisagria C 200 3 Gaben über den 3. Tag im Abstand von 4 h.

Verlauf: Unter Aconitum wird die Patientin ruhiger, am 3. Tag werden Wutanfälle gemäßigter; Gespräche mit der Psychologin werden strukturierter, am 4. Tag ist die Patientin zu einem persönlichen Gespräch (via Telefon) mit mir bereit, sie schildert, dass sie beherrschter sei, wieder mal etwas essen könne, sie aber noch andauernd erbrechen müsse, Schlaf sei zeitweise möglich, es fielen ihr nun immer mehr Details der Vergewaltigung ein; es sei als ob ihr Bewusstsein zurück kehre; die Psychologin nimmt deutlich wahr, dass die Patientin jetzt besser unterscheiden kann zwischen dem Ereignis, das der Vergangenheit angehört und dem Jetzt. Die Behandlung mit Staphisagria wird fortgeführt in größeren Intervallen, parallel erhält die Patientiin Nux vomica in D6 in kurzen Zeitabständen akut gegen das Erbrechen , wodurch das Erbrechen gestoppt wird. Nach 14 Tagen schildert die Patientin telefonisch, dass es ihr deutlich besser gehe und sie sich auch schon mal wieder auf die Straße traue. Dann bricht der Kontakt ab.

 

Fall 3 - Plötzlicher Tod des Lebensgefährten

Frau St. verliert unerwartet ihren Ehemann durch plötzlichen Tod.

Frau St. schildert massive Schlaflosigkeit mit starker Unruhe, Weinkrämpfen, Atemnot und Verlassenheitsängsten. Sie ist trotz familiärem Beistand kaum in der Lage Formalitäten zu erledigen. Nach der Beerdigung verfällt sie in eine starke Depression.

Mittelgaben: Frau St. erhält Ignatia C 200 zunächst 3 Gaben tgl. und nachts bei Bedarf eine Woche lang. Nach einer Woche geht es ihr schon deutlich besser. Die Patientin schildert, dass sie ruhiger werde und die Situation besser annehmen könne, auch ihr Schlaf sei besser geworden. Natürlich seit die Trauer da, es flössen viele Tränen, aber sie nehme sich besser wahr. Die Unruhezustände haben nachgelassen und die Atemnot sei weg. Die Patienten erhält nun Ignatia C 1000 und wiederholt die Gabe 1 x nach 14 Tagen und ein weiteres Mal nach 4 Wochen. Eine weitere homöopathische Intervention benötigt sie nicht.

 

Anmerkung von Dipl.-Psych. Stefanie Rösch

"Die klassisch-homöopathischen Behandlung unterstützt aus meiner Erfahrung den Heilungsprozess meiner traumatisierten Klienten vor allem dahingehend, dass sie therapeutische Schritte schneller und zum Teil überhaupt erst möglich macht. Vor allem bei völliger Blockade, bzw. ausgeprägtem Vermeidungsverhalten gegenüber Veränderungen empfinde ich die zusätzliche Unterstützung über eine klassisch-homöopathische Behandlung als sehr wohltuend. Klienten kamen durch die Behandlung wieder "in Fluss". Damit wurde eine psychotherapeutische Unterstützung teilweise überhaupt erst möglich.
Auf der anderen Seite erlebe ich es für meine Klienten als motivierend, wenn gleichzeitig bestehende oft psychosomatische Beschwerden und Erkrankungen eine Besserung über die Homöopathie erfahren. Homöopathische Mittel beeinträchtigen eine Psychotherapie nicht, Psychopharmaka in der Regel schon. Dies ist vor allem bei Schlafstörungen der Fall, wie sie nach traumatischen Schockerfahrungen üblich sind. Zumal immer mehr meiner Klienten keine (schulmedizinischen) Medikamente mehr nehmen wollen."