Trauma II: Folgen komplexer Traumatisierungen

Sie arbeiten mit Menschen, von denen Sie wissen oder ahnen, dass sie über Jahre hinweg Gewalt erlebt haben, sei es körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt.

Langjährige, vor allem sexuelle und körperliche Misshandlungen können zu einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) oder einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung führen.

Überlebensstrategien von Betroffenen können Lücken in der Erinnerung sein sowie ein negatives Selbst- und Fremdbild. Innere "Autobahnen" - negative Denkmuster über sich und die Welt - machen den Umgang mit Betroffenen oft zu einem anspruchsvollen Unterfangen. Die Herausforderung für uns als Helfende liegt vor allem darin, dass wir uns fragen wollen, was „helfen“ wirklich bedeutet und wie es von Betroffenen aufgenommen wird.

Betroffene Menschen sind oft misstrauisch, in Flashbacks gefangen, neigen zu Schuldzuweisungen und Selbstbeschuldigungen, fühlen sich schnell angegriffen und können entsprechend aggressiv reagieren. Wenn sie abwesend sind, wollen wir mit einer der Teilpersönlichkeiten zurechtkommen. Sehr häufig fühlen wir uns im Umgang mit ihnen genauso hilflos wie sie.

Diese Veranstaltung ist auf Ihre Fragen als Teilnehmende abgestimmt und beginnt mit einer Themenabfrage am ersten Tag und daran anschließend mit Modellen und Bildern dieser Störungen. Durch das vertiefte Verständnis für die Folgen jahrelanger Gewalterfahrungen werden Sie in die Lage versetzt, Problemfelder schneller zu erkennen und daraus neue Strategien im Umgang mit Betroffenen zu entwickeln. Nicht zuletzt möchte ich Sie motivieren, trotz all der symptombedingten Hindernisse nicht aufzugeben. Machen wir uns gegenseitig Mut, auch in schweren Zeiten zu unseren Klientinnen und Klienten zu stehen.

Entsprechend dem offenen didaktischen Konzept dieser Veranstaltung beantworte ich Ihnen alle gesammelten Fragen und unterstütze Sie dabei, geeignete Strategien für Ihre Klient*innen und deren Lebensalltag zu finden.

 

Zielgruppe: Mitarbeitende in psychosozialen Berufen, die mit traumatisierten Klienten arbeiten oder mehr darüber erfahren möchten.

 

Termine:  25. und 26. September 2023, 9-17 Uhr in Großharrie (Schleswig-Holstein), dem Zuhause von www.Pfoten-weg.de, dem Kinderschutz-Projekt der Künstlerin Irmi Wette.

 

Kosten: 300 Euro