Wieder und wieder: Folgen komplexer Traumatisierungen

 

Sie arbeiten mit Menschen, von denen Sie wissen oder ahnen, dass sie über Jahre hinweg Gewalt erlebt haben, sei es körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt.

Überlebensstrategien Betroffener führen manchmal zu einer Aufspaltung der Identität in Teilpersönlichkeiten, welche nur einen Teil der Erinnerungen "verkraften" müssen. Betroffene Menschen sind oft misstrauisch, in Flashbacks gefangen, neigen zu Schuldzuweisungen und Selbstbeschuldigungen, fühlen sich schnell angegriffen und können entsprechend aggressiv reagieren. Oftmals sind sie abwesend und wir müssen mit einer der Teilpersönlichkeiten zurechtkommen. Sehr häufig fühlen wir uns im Umgang mit ihnen genauso hilflos wie sie, was uns als Helfende leichter aggressiv und in der Folge abweisend werden lässt. Langjährige vor allem sexuelle und körperliche Misshandlungen können zu einer Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) oder auch Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung führen. Lücken in der Erinnerung, ein negatives Selbst- und Fremdbild, innere "Autobahnen" - negative Denkmuster über sich und die Welt - machen den Umgang mit Betroffenen oft zu einem anspruchsvollen Unterfangen. Anspruchsvoll für uns als Helfende, weil wir uns fragen müssen, was helfen wirklich bedeutet und wie es von Betroffenen aufgenommen wird.

Durch ein vertieftes Verständnis für die Folgen jahrelanger Gewalterfahrungen, werden Sie in die Lage versetzt, Problemfelder schneller zu erkennen und daraus neue Strategien im Umgang mit Betroffenen zu entwickeln. Nicht zuletzt möchte ich Sie motivieren, trotz all der symptombedingten Hindernisse nicht aufzugeben. Machen wir uns gegenseitig Mut, auch in schweren Zeiten zu unseren Klientinnen und Klienten zu stehen.

 

 

Zielgruppe: Mitarbeitende in psychosozialen Berufen, die mit traumatisierten Klienten arbeiten oder mehr darüber erfahren möchten.

 

Termin: 22.-23. Oktober 2020, 9-17 Uhr

 
Kosten: 250 Euro

 

Wieder und wieder: Folgen komplexer Traumatisierungen

Wieder und wieder: Folgen komplexer Traumatisierungen

250,00 €

  • Freie Teilnehmerplätze verfügbar